EINE UNGEWISSHEIT

einsprachige Landschaftsbetrachtungen

von Florian Zambrano Moreno

Schauspiel: Yulia Izmaylova, Sara Zambrano, Markus Achatz, Florian Zambrano

Inszenierung und Dramaturgie: Sara Zambrano, Florian Zambrano

Kostüm: Renate Luschnig

Musik: Valentin Aigner & Markus Achatz

Bühne/Ausstattung: Reinold Trattnig

Bilder: Valentin Aigner

Technik: Nicole Kropiunik

Regieassistenz: Georg Molnar

Produktion: teatro zumbayllu

Charaktere: 

Edith – eine Opernsängerin

Lavantaler Salamiprinzessin – eine Tänzerin

Steinerner Fischer

Aya Uma – aus den ecuadorianischen Anden

Ein Geiger

 Inhalt:

 Dass sich die Salamiprinzessin Joana und die Opernsängerin Edith auf der Kanazi-Brücke nahe Karnburg treffen, scheint sich auf den ersten Blick als zufälliges Ereignis zu entpuppen. Jedoch stellt sich schnell heraus, dass diese beiden Frauen etwas verbindet, das über die Tatbestände ihrer Biographien hinausreicht und die Verwandtschaft eigentümlicher Unsicherheiten und bewusster Entscheidungen preisgibt. Die Resultate erwähnter Entscheidungen differieren, wie auch die Konstrukte der Identitäten beider Kunstschaffenden, doch geben sie unverkennbar Aufschluss über die Widersprüchlichkeiten in den Grenzsituationen und Gradwanderungen, denen sich eine auf einer Bühne agierende Akteurin ausliefert.

Während die Salamiprinzessin auf unterschiedliche Weise bemüht ist ihren bereits vollzogenen innerlichen und leiblichen Selbstmord zu vergegenwärtigen und die Vorbereitungen für einen weiteren Suizid trifft, sieht sich Edith mit der Neudefinition ihrer Wertigkeiten konfrontiert, die sich von tischlichen Unsitten über das Verhalten der Zuschauer im Opernhaus ziehen. Den daraus resultierenden Zusammenbruch, weiß sie nicht wohl zu deuten, doch ist er ihr in keinster Weise unangenehm. 

Die beiden begegnen bei ihrer Suche einem ihnen sehr wohl Unbekannten, dessen Schattierungen durch die moralischen Forderungen des Steinernen Fischers und die Modellierungen des Aya Uma nicht klarer an die Oberfläche gelangen. Und trotz all dieser Fehlschläge, oder gerade wegen dieser, steigt die Sorge um das leibliche Wohl ins unermessliche. Und die Verlockung des Todes: „Bricht aneinander, bricht auseinander und dann vor allem bricht sie untereinander, wo schlichtweg, vor lauter durcheinander keine Seel die Tätschn scheppern hoert.“

 Zum Stück:

 Diese Arbeit resultiert aus dem Projekt „Offenes Transkulturelles Theaterlaboratorium“ des teatro zumbayllu und versteht sich als Annäherung an die Bedeutung und die Möglichkeiten von Frauen im szenischen Raum. Als Ausgangspunkte wurden die Tänzerin Joana Thul und die Sängerin Edith Kermer gewählt, wobei es sich nicht um eine biographische Auseinandersetzung handelt, sondern versucht wird aus imagenären konfliktiven inneren Vorgängen, die in den risikoreichen Bühnensituationen entstehen mögen, Bilder zu kreieren, um diese mit theatralen Elementen im Austausch mit dem Publikum zu verhandlen. Wobei biographische Ereignisse durchaus die Impulse liefern, die dann amplifiziert und modelliert werden.

 Die transkulturelle Komponente ergibt sich zu einem großen Teil daraus, dass die beiden Hauptdarstellerin, deren Muttersprache nicht das Deutsche ist, mit einem anspruchsvollen Text arbeiten. Es entstehen daraus ungeahnte Konstrukte, die zum Beispiel aus der Dialektik von Geste und Signifikant des Gesprochenen resultieren, da viele der in anderen Kulturen verwendeten Codes unbekannte oder mehrdeutige Wirkung auf ein neues Publikum haben.

Für Allergiker! Kann Spuren von von Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Bernhard, Michael Lermontow, Henrik Ibsen, Robert Walser, José de Cañizares und Thunfisch enthalten.

 

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